Systemische Lösungen in der Kinder- und Jugendhilfe

Regelförderung statt Einzelfallhilfe im Fokus
6. Juli 2026  –  7. Juli 2026
 Kostenpflichtig, 110 Euro

Die Kinder- und Jugendhilfe befindet sich in einem länger andauernden Prozess der fachlichen Weiterentwicklung hin zu einem inklusiveren System. Eine Grundlage hierfür war das Inkrafttreten des KJSG, viele Kommunen haben sich aber schon vorher mit eigenen Konzepten auf den Weg gemacht und Erfahrungen in der Umsetzung inklusiv ausgestalteter Angebote gesammelt. Ein wichtiges Thema ist angesichts zunehmend diagnostizierter Teilhabebeeinträchtigungen u.a. die „Schulbegleitung“. Das BMBFSFJ hat im April 2026 den Gesetzentwurf „Erstes Kinder- und Jugendhilfestrukturreformgesetz – 1. KJHSRG“ veröffentlicht, in dem systemische Lösungen erstmals Bestandteil geplanter rechtlicher Regelungen sind, u.a. eine „Infrastrukturelle Bildungsassistenz“. Der individuelle Rechtsanspruch auf Anleitung/Begleitung in Kitas und Schulen soll zukünftig im Rahmen von HzE oder Eingliederungshilfe durch ein infrastrukturelles Angebot der Bildungsassistenz erfüllt werden. Wir wollen daher fragen:

  • Gibt es immer mehr Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer medizinischen Diagnose Einzelfallhilfen nach § 35a SGB VIII bzw. nach SGB IX erhalten? Führt dies zu steigenden Jugendhilfe- und Eingliederungshilfekosten in den Kommunen?
  •  Wie können eine Pathologisierung der Kinder und damit auch teure Einzelfallhilfen vermieden werden? Was entwickelt sich in der Praxis?
  • Wie kann das System selbst gestärkt werden, statt am einzelnen Fall anzusetzen?
  • Wie können bestehende Strukturen so umgestaltet werden, dass Förderung in den Alltag in Kita oder Schule integriert und nicht ausgelagert wird?
  • Wie können Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und zusätzliche Unterstützungsangebote so vor Ort zusammenarbeiten, dass eine Umgebung entsteht, in der auch Kinder mit erhöhtem Unterstützungs- und Förderbedarf gut zurechtkommen?

Neben einer grundsätzlichen Verständigung zu dieser Thematik werden Praxisbeispiele und Handlungsansätze vorgestellt und diskutiert. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind und Ihre Erfahrungen und Lösungsansätze in diesem wichtigen Handlungsfeld mit uns teilen und selbst neue Impulse für Ihre Arbeit vor Ort gewinnen. 

Dokumentation

Programm und weitere Informationen (PDF, 179 KB)

Diagnose „Teilhabebeeinträchtigung“: Was bedeutet das im Kontext von Kita und Schule? –die medizinische Sicht
Michael Kölch, Direktor, Universitätsmedizin Rostock, Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Rostock
Vortragsfolien (pdf, 1,2 MB)

Einschätzung aus Sicht der Kinder- und Jugendhilfe
Doreen Bauer, Leiterin des Familienamtes, Stadt Weimar
Vortragsfolien (pdf, 5,7 MB)

Fallabhängige vs. infrastrukturelle Pool-Modelle in der Schulbegleitung - Forschungsstand und offene Fragen
Wolfgang Dworschak, Lehrstuhl Pädagogik bei geistiger Behinderung einschließlich inklusiver Pädagogik, Universität Regensburg
Vortragsfolien (pdf, 993 kB)

Erfahrungen aus den Modellprojekten in Bremen
Rolf Diener, Abteilungsleiter und Leiter der Obersten Landesjugendbehörde, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration, Freie Hansestadt Bremen
Vortragsfolien (pdf, 158 kB)

Systemische Schulbegleitung in Grundschulen der Stadt Krefeld
Markus Schön, Stadtdirektor, Geschäftsbereich Bildung, Jugend, Arbeit, Sport, Migration und Integration, Stadt Krefeld
Vortragsfolien (pdf, 628 kB)

Was heißt hier eigentlich „systemisch“? Impuls zur begrifflichen Klärung im Kontext von Kinder- und Jugendhilfe, Infrastruktur und Rechtsansprüchen
Martin Diem, Vorstand, Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e. V., Köln
Vortragsfolien (pdf, 168 kB)

Modellprojekt „Hand in Hand für Teilhabe und Bildung“ Hilfen zur Teilhabe an Bildung in den Rechtskreisen SGB VIII und SGB IX in Form von Teilhabeassistenzen an der Brüder Grimm Schule Fulda im Rahmen eines infrastrukturellen Poolmodells
Jara Hainer, Abteilungsleiterin Soziale Dienste im Amt für Jugend, Familie und Senioren beim Magistrat der Stadt Fulda
Vortragsfolien (pdf, 1 MB)

FlexsIS - Flexibel strukturierte Integrationshilfe an Schulen
Peter Rebholz, Bereichsleiter, Diakonissen Speyer, Kinder- und Jugendhilfe
Vortragsfolien (pdf, 490 kB)

Dialogforum „Bund trifft kommunale Praxis. Multiprofessionelle Ausgestaltung von Hilfen und Leistungen in einer inklusiveren Kinder- und Jugendhilfe“
Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH (Difu)

Kerstin Landua
+49 30 39001-135
landua@difu.de

Dr. Beate Hollbach-Grömig
+49 30 39001-293
hollbach-groemig@difu.de

Leitungs- und Fachkräfte aus der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe, der Behindertenhilfe, dem Gesundheitswesen sowie der Wissenschaft

Die Teilnahmegebühr beträgt 110 Euro.

Änderungsvorbehalte und Absagen durch den Veranstalter
Bei zu geringer Beteiligung behalten wir uns vor, Veranstaltungen abzusagen. Die Übernahme jeglicher Ersatz- und Folgekosten der Teilnehmenden wegen Ausfall von Veranstaltungen oder Verschiebung von Terminen sind ausgeschlossen. Aus wichtigen inhaltlichen oder organisatorischen Gründen kann es im Einzelfall erforderlich sein, Programmänderungen vor oder während der Veranstaltung vorzunehmen.

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