Junge Menschen in Wohnnotlagen - eine Leerstelle?

Wie gelingt rechtskreisübergreifende Verantwortungsübernahme bei Wohnungsnotfällen? Strukturelle und kommunalpolitische Herausforderungen und Lösungsansätze
23. Februar 2026  –  24. Februar 2026
 110 Euro

 

Immer mehr junge Menschen (18–25 Jahre) werden wohnungslos oder leben in instabilen oder prekären Wohnverhältnissen. Der Druck auf dem Wohnungsmarkt in Deutschland wird immer größer. Aktuell sind laut Wohnungslosenbericht der Bundesregierung 194.000 junge Menschen (bis 25 Jahre) von Wohnungslosigkeit betroffen. Es besteht ein eklatanter Mangel an Jugendwohnangeboten und -konzepten, die flexible Zugangsbedingungen und Betreuungsleistungen bieten. Als ein wichtiges Ziel im Koalitionsvertrag wurde darum „Housing First für junge Menschen“ definiert.

Prekäre Wohnsituationen und Wohnungsnotlagen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter entstehen insbesondere bei gravierenden Konflikten im Familiensystem, bei Übergängen aus stationären Hilfeformen ins Erwachsenenleben und Wohnungsnotlagen in den Elternhäusern. Pädagogische Angebote der Kinder- und Jugendhilfe werden den Bedarfen junger Menschen in Wohnungsnotlagen oft nicht hinreichend gerecht. Es fehlt an Flexibilität und niedrigschwelligen Zugängen. Oft endet die Jugendhilfe mit 18 Jahren, obwohl der Übergang ins Erwachsenenleben mehr Unterstützung bräuchte, auch bei der Begleitung im Wohnen. Dadurch entsteht eine Lücke im System, die man als Umsetzungsdefizit der verantwortlichen Hilfesysteme/ Sozialleistungssysteme für junge Menschen kritisieren kann.

Wir wollen uns in dieser Veranstaltung mit den Fragen auseinandersetzen, wie bedarfsgerechte, niedrigschwellige Hilfen die Situation der Betroffenen verbessern können, welche konzeptionellen Überlegungen und neuen Wohnformen es gibt und welche Chancen sich aus der Kooperation zwischen Wohnungslosenhilfe und Kinder- und Jugendhilfe ergeben und welche weiteren Partner rechtskreisübergreifend in diesem Kontext wichtig sind. Es ist eine soziale Frage der Grundversorgung mit hoher Priorität.

Neben einer grundsätzlichen Verständigung zu dieser Thematik werden gelungene Praxisbeispiele und Handlungsansätze vorgestellt und diskutiert. Wir würden uns freuen, wenn Sie dabei sind und Ihre Erfahrungen und Lösungsansätze in diesem wichtigen Handlungsfeld mit uns teilen und selbst neue Impulse für Ihre Arbeit vor Ort gewinnen.

Kerstin Landua
+49 30 39001-135
landua@difu.de

Dr. Beate Hollbach-Grömig
+49 30 39001-293
hollbach-groemig@difu.de

  • Dialogforum „Bund trifft kommunale Praxis. Multiprofessionelle Ausgestaltung von Hilfen und Leistungen in einer inklusiveren Kinder- und Jugendhilfe“
  • Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH